Jahreslosung 2019

Suche Frieden und jage ihm nach! Psalm 34,15

Wir alle sehnen uns nach Frieden und doch ist unsere Welt an vielen Orten und in vielen Regionen friedlos. Auch in unserer Stadt, unserem Dorf, ja in der eigenen Umgebung erleben wir Friedlosigkeit. Im Nachdenken darüber, wie wir damit umgehen können wird deutlich:

In Frieden zu leben ist einerseits ein Geschenk und andererseits können wir auch etwas dafür tun.

Darauf macht uns die diesjährige Jahreslosung aus dem 34. Psalm aufmerksam. Wir können den Frieden suchen und friedliches Miteinander fördern, indem wir nachfragen, versuchen zu verstehen. Ich merke an mir selbst: Ich tue das viel zu selten. Ich gehe meist davon aus zu wissen, was mein Gegenüber meint. Ich reagiere auf Stichworte ohne nachzufragen und schon kommt es zu Streit. Ich merke auch: Wenn ich nachfrage oder für mich problematische  Dinge freundlich anspreche, hilft das Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, trägt dies oft zum Frieden bei.

Ich merke auch: Ich lege meine Wahrnehmung der Sache, meine Beweggründe für mein Verhalten, meine Bedürfnisse und meine Wünsche bezüglich einer Situation zu wenig offen. Ich gehe ganz selbstverständlich davon aus, dass der andere genauso denkt wie ich, die andere meine Beweggründe kennt. Ich vergesse immer wieder, dass ich sagen muss, was mich bewegt und was ich mir vorstelle, damit mein Gegenüber dies auch weiß und darauf reagieren kann.

Leider gelingt es eben so manches Mal doch nicht, den Frieden zu finden. Auch wenn ich mich noch so sehr bemühe, bleibt das Missverständnis erhalten, trennen wir uns im Streit und mit Grummel im Bauch, bricht der andere die Kommunikation mit mir ab, gibt es Vorwürfe und Angriffe.  Dann ist unsere Friedfertigkeit gefragt. Indem wir nicht auf Provokationen reagieren und uns nicht reizen lassen, sondern uns freundlich und gelassen verhalten, uns in die Situation des Gegenübers hineindenken und zu verstehen versuchen, geben wir dem Frieden Raum. Das erfordert manches Mal viel Kraft und durchaus auch Training.

Neben dem äußeren Frieden im Miteinander gibt es auch unseren inneren Frieden. Ihn finden wir, wenn wir Fehler ansprechen und um Verzeihung bitten, wenn wir die Hand zur Versöhnung reichen und verzeihen, wenn wir Gott hinlegen, was uns belastet und ihn bitten, er möge uns vergeben und uns seinen Frieden schenken, der höher ist als all unsere menschliche Vernunft.

Wenn wir uns Gott anvertrauen, auf seine Gnade und Vergebung trauen, dann wissen wir: Gott liebt mich, auch wenn ich versage, auch wenn ich Fehler mache. Jesus Christus ist zur Vergebung meiner Sünden gestorben. Wenn ich dies in mich aufnehme und aus diesem Wissen lebe, kann ich auch anderen vergeben. Ich werde gnädiger mit meinen Mitmenschen, weil ich weiß, ich lebe aus der Gnade Gottes und auch sie brauchen diese Gnade wie ich sie brauche. Ich rege mich weniger auf. Ich bleibe nicht in meinem Ärger gefangen. Ich bin bereit zu verstehen und zu verzeihen und aus dieser Haltung heraus zu Veränderungen beizutragen. Das macht mein Leben ruhiger, friedlicher.

Ich wünsche uns, dass uns die Jahreslosung 2019 dazu anregt, uns über unseren Umgang miteinander Gedanken zu machen und es so ein friedvolles Jahr 2019 wird, in dem wir friedvollen Umgang mit einander üben und praktizieren.

 

Andacht März

Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein.

Die Bibel: 1. Samuel 7,3

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