Give-Box in Konstanz aufgestellt

Verschenken, was man nicht (mehr) braucht, mit Bedürftigen teilen, was zu viel ist – freigiebige Menschen tun dies seit Jahrhunderten. Neu ist allerdings, es mittels einer Give Box zu tun. Eine solche wurde am Freitag, 14. März 2014, im Hof der Johannesgemeinde aufgestellt und ihrer Bestimmung übergeben.

Eine überdachte Bretterbude auf ca. 6 qm, mit einer Solarzelle versehen für die Innenbeleuchtung, Regale, eine Kleiderstange – so lässt sich mit Stichworten die Give Box in Wollmatingen umschreiben. Alles, was man nicht (mehr) braucht, was aber noch gut und funktionsfähig ist – Bücher, Kleidung, Spiele, Werkzeug, elektrische Kleingeräte, Geschirr u.a. kann man in der Karlsruher Straße hinterlegen. Wer Dinge braucht, kann nachsehen, ob er sie dort findet – und sie kostenlos mitnehmen.

Initiator Ralf Schiel, Inhaber der Agentur naturblau, war im vergangenen Jahr mit der Johannesgemeinde in Kontakt gekommen, als er sein jüngstes Kind bei der Seetaufe taufen ließ. Der Gedanke der „sharing economy“ hatte ihm schon immer gefallen: Bücherschränke zum kostenlosen Einstellen und Herausnehmen (einer steht im Paradies), Kühlschränke, in die Menschen Lebensmittel stellen, die sie selbst nicht verbrauchen können und über facebook Artikel und Standort bekannt geben (auf dem Unigelände in Konstanz). „Ich wollte etwas machen, wozu jeder beitragen kann, etwas hineintun, etwas herausnehmen, und so habe ich die Realisierung der ersten Konstanzer Give Box in Angriff genommen.“ 

Da er in Offenburg eine Give Box gesehen hatte, die auch auf Kirchengelände stand, wandte er sich an seine Wollmatinger Pfarrer. Die Johannesgemeinde war gleich einverstanden, sie auf ihrem Grund aufstellen zu lassen. Auch alle anderen nwaren von der „Umverteilungsstation“ begeistert, und so hatte Schiel bald 18 Unterstützer gefunden, die beitrugen, was nötig war: Holz für die Box, die Solarzelle, Werbematerialien, Farbe u.a.

Zur Eröffnung am vergangenen Freitag hatte Diakonin Claudia Tissler-Buhr die Kinder der Jungschar aufgerufen, etwas, was sie nicht mehr brauchten, mitzubringen, um die Give Box zu bestücken. An die zwanzig Knirpse standen mit Spielen, Puppen, Spielautos oder Bällen vor dem Gemeindezentrum und warteten ungeduldig darauf, dass sich der Vorhang zur Wunderbox endlich öffnete und sie ihre gespendeten Schätze deponieren konnten. Dazu lachte der Himmel im strahlenden Blau, als ob er seine Zustimmung für diese Gemeinwohl-Aktion zum Ausdruck bringen wollte. „Als besonderes Schmankerl haben wir einen Geocash-Point in die Give Box eingebaut“, verriet Ralf Schiel mit verschmitztem Lächeln. Und zitiert einen Wahlspruch, der fast aus einer Predigt stammen könnte: „Sharing ist caring“. (Teilen ist anteilnehmen).

Die Idee der Give Box stammt aus Berlin, wo 2011 die erste ihrer Art aufgestellt wurde. Seither hat sie viele Nachahmer gefunden. In Düsseldorf gibt es sogar 17 Give Boxes. Obdachlose und andere Bedürftige nutzen das kostenlose Angebot gerne. Und viele Bestücker der Box, die der Meinung sind, dass sie sowieso viel zu viel haben, sind froh, ihren Ballast loswerden zu können. Damit das Innenleben der Box nicht vermüllt, haben sich  Freiwillige aus der Nachbarschaft bereiterklärt, abwechselnd sich um die täglich 24 Stunden zugängliche Box zu kümmern.                  Minne Bley                       

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