Andacht Dezember 2018

zu Matthäus 2,10

„Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.“  Matthäus  2,10

Nein… nicht dass wir uns falsch verstehen! Ich liebe Krippenspiele mit allem drum und dran: Engel, Hirten, Königen… und natürlich mit Maria, Josef und dem Kind. Was ist das immer wieder für eine Aufregung diese Rollen zu besetzen! Bastian will unbedingt den Josef spielen, die  Anzahl der Hirten wächst auch schonmal auf die Größe einer eigenen Volkszählungseinheit an, weil Julian, Malena und Luci so auch zufrieden zu stellen sind. Und die Rolle der Könige, die vor lauter Freude dem Stern von Bethlehem hinterherrennen, geht bei der ersten Probe ebenfalls weg wie geschnittenes Brot.  Das Dumme ist nur: Eben diese Könige: Balthasar, Kaspar und Melchior existieren in der Weihnachtsgeschichte so gar nicht! (…wenn das die Kinder wüssten!) Stattdessen waren es Astronomen, also anerkannte Sterndeuter, die eine besondere Erscheinung am Himmel  entdeckten. Und  an genau  dieser Stelle setzt der Monatsspruch für den Monat Dezember an:
„Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.“ (Matthäus 2,10)
Übrigens: Wer hier jetzt meint, die Geschichten der Bibel seien märchenhafte, frei erfundene Texte aus tausendundeiner Nacht, der sei hier eines Besseren belehrt: Für die Freude der damaligen Sterndeuter haben  heutige Astronomen eine eindeutige Erklärung. Schließlich wird aus dieser Zeit tatsächlich von einem besonderen Stern rund um die Geburt Jesu herum berichtet, dessen Strahlkraft nicht nur für Erstaunen sondern auch für „Große Freude“ gesorgt hat. So, wie Alexander Gerst sich zur Zeit ebenfalls an den wunderbaren Bildern aus der ISS in Richtung all der wunderbaren Sterne und unserer Erde gar nicht  sattsehen kann.
Und doch sitzt die Freude und das Staunen der damaligen Astronomen noch tiefer, weil Sie erkannt haben:
Es geht gar nicht um den Stern an sich, sondern darum, dass Jesus sich dadurch zeigt und sich finden lässt. Er gibt uns Zeichen, als Stern oder Engel, als Baby oder als Weiser. Aber sein Aufblitzen in unserer Zeit macht uns froh und glücklich und lässt uns „hocherfreut “ staunen.
Geht Ihnen das auch so? Oder fühlen Sie sich schon jetzt von dem aufblitzendem Geblinke un der überbordenden Weihnachtsdeko in den Geschäften mehr als geblendet? Ganz egal! Das, was die Astronomen dort vor etwas mehr als 2000 Jahren vor ihren Augen hatten, muss Sie so beeindruckt haben, dass Sie sich sagten: „Diesem Stern folgen wir!“  Und dann taten Sie es tatsächlich: Voller erwartungsvoller Freude zogen Sie los, fanden das Kind in einer Höhle bei seinen Eltern und staunten: „GOTT hat uns besucht. Er ist einer VON uns geworden.“
Und Recht haben Sie! Wenn DAS kein Grund zu Freude ist, könnten auch  wir uns den Weg zur Krippe in diesem Jahr tatsächlich sparen.
Aber MIT dieser Vorfreude im Gepäck wird dieser Monat Dezember auch für Sie und mich ein ganz Besonderer, weil wir spüren: Jesus kommt, um zu bleiben.“ Und das macht uns tatsächlich dauerhaft „hocherfreut“ - in dieser Adventszeit und im neuen Jahr.

Pfarrer Karsten Beekmann, Kirchengemeinde Konstanz-Wollmatingen