BKT 2016: Eine orthodoxe Taufe und Ökumene

Eine berührende Gottesdienstfeier durften die Anwesenden bei einer orthodoxen Taufe in der alt-katholischen Christuskirche erleben, die im  Rahmen des Bodenseekirchentags 2016 am letzten Juniwochenende stattfand. Die Kirche war auch der Schauplatz für ein ökumenisches Podiumsgespräch zwischen Christen verschiedener Konfessionen.

Vor der Taufe wendet sich im orthodoxen Ritus die Patin mit dem Täufling gen Westen und widersagt allem Bösen.  Danach werden Gebete gesprochen und die Patin wendet sich mit dem Kind gen Osten. Danach beginnt am Altar die etwa einstündige Taufliturgie. Das Kind wird vom Priester angehaucht (als Symbol des Heiligen Geistes), in das Taufwasser wird kreuzförmig Olivenöl gegossen, das nackte Kind wird mit Myron gesalbt und dann dreimal ganz untergetaucht.

"Es wird getauft die Dienerin Christi Maria Cecilia im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."
Die Taufe vollzieht  Seine Exzellenz Bischof Sofian von Kronstadt, München, Orthodoxe Kirche Rumäniens
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes: Das Sakrament der Taufe.

Danach wird das Kind in ein weißes Tuch gehüllt. Es folgen weitere Gebete, der Täuf-
ling wird wieder angekleidet mit neuen, weißen Kleidern. Nach einer Prozession um das Taufbecken schneidet der Priester dem Kind drei kleine  Haarsträhnen kreuzförmig ab (die sog. Tonsur). Jetzt beginnt die Göttliche Liturgie, die eine lange Eucharistiefeier darstellt; alles ist Vorbereitung auf das Heilige Mahl.

Die erste Kommunikatin oder der erste Kommunikant ist das soeben getaufte Kind.
(Maria Cecilia war knapp sechs Wochen alt.) Das Kind bekommt mit dem Kommunionslöffel das gewandelte Brot und den gewandelten Wein (im Kelch gemischt) auf die Unterlippe geträufelt. Damit ist es als vollgültiges Mitglied
in die Gemeinschaft der Getauften aufgenom- en und kann ab jetzt bei jeder Göttlichen Liturgie am Abendmahl teilnehmen.

Tauftorte

Die alt-katholische Christuskirche vor der Podiumsdiskussion

Prof. Dr. Aho Shemunkasho (syrisch-orthodox) während der Diskussion

Prälat Rudolf Hagmann (römisch-katholisch), Prof. Dr. Aho Shemunkasho (syrisch-orthodox), Pfarrerin Christine Holtzhausen (evangelisch, Petrus-Pauluspfarrei Konstanz) - v.l.n.r.

Dekan Hermann-Eugen Heckel (alt-katholisch) begrüßt die Podiumsgäste.
von links: Prof. Dr. Aho Shemunkasho (syrisch-orthodox), Pfarrerin Christine Holtzhausen (evangelisch, Petrus-und-Pauluspfarrei Konstanz), Priester Ionel Nemeš(rumänisch-orthodox), Maria Duffner, Moderatorin

Text und Fotos: Elisabeth Wilkens
(Fotos zum Teil privat)