„Gelungene und inspirierende Tage“

Vom 24. bis 26. Juni findet der Bodensee-Kirchentag in Konstanz und Kreuzlingen statt. Pfarrerin i. R. Eva-Maria Steiger hat sich viele Jahre lang im Vorbereitungskommite engagiert. Im vorliegenden Interview spricht sie darüber, was „typisch Bodensee-Kirchentag“ ist und warum es sich lohnt, ihn zu besuchen.

Frau Steiger, warum lohnt es sich, den Bodensee-Kirchentag zu besuchen?

Der Bodensee-Kirchentag ist der einzige Kirchentag, bei dem sich Christen rund um den See treffen – ökumenisch und länderübergreifend. Er bietet – ähnlich wie der große Kirchentag – eine Fülle von Themen, die in verschiedenen Workshops – diese Jahr sind es ca. 150 – mit vielfältigen Methoden diskutiert werden. Außerdem gibt es auch spirituelle Angebote, ein extra Jugendprogramm, Musik aller Stilrichtungen und verschiedenartige Gottesdienste. So kann sich jeder und jede das aussuchen, was gerade „dran“ ist. 

Was ist „typisch Bodenseekirchentag“?

Typisch für den Bodensee-Kirchentag ist das große Engagement einzelner, ohne das der Kirchentag nie zustande gekommen wäre in den letzten Jahren. So hat z. B. der Pfarrer aus Engen – ich glaube es war 1986 – mit Siebdruck selber riesige Fahnen erstellt, die vor die einzelnen Veranstaltungsorte gestellt wurden. Vieles war zu Beginn „handgemacht“, äußerst sparsam, aber am Ende wurden es immer gelungene und inspirierende Tage. Was am Anfang klein und in einem Privathaus von einigen wenigen geplant wurde, ist jetzt zu einer große Vorbereitungsgruppe von engagierten Laien rund um den See geworden, die sich in einem Gemeindehaus treffen und sich zwei Jahre vorbereiten.

Welche Begegnung oder welches Projekt von Ihnen hätte es ohne den Bodenseekirchentag nicht gegeben?

Ich kann jetzt nur für die Frauenarbeit sprechen, da ich vor allem da engagiert war und bin. In einem Jahr gab es ein Treffen von Weltgebetstagsfrauen rund um den See, das es so bisher nie gegeben hatte. Daraus wurden dann einige Jahre lang gegenseitige Besuche beim Weltgebetstag. In Romanshorn konnten wir eine rumänische Pfarrerin kennenlernen, die den Weltgebetstag, dessen Liturgie in einem Jahr von rumänischen Christinnen geschrieben wurde, begleitet hatte.
Auch die Thematik der Rüstung rund um den See wurde intensiv vor allem beim Kirchentag in Überlingen aufgenommen und daraus entstand eine wichtige Resolution gegen die Rüstungsindustrie hier vor Ort.

Was erwarten Sie vom diesjährigen Bodenseekirchentag? Worauf freuen Sie sich?

Ich hoffe, dass gerade auch in der Flüchtlingsfrage viele engagierte Christen durch gegenseitigen Austausch gestärkt und ermutigt werden, sich weiter für unsere Flüchtlinge einzusetzen. Ich freue mich auf die Musik des Gesangstags, der dort stattfinden wird, und vor allem natürlich auf unser Frauenprogramm: „FRAUEN IM KONZIL – leidenschaftlich/politisch/heilig“, das jetzt schon ausgebucht ist. 

Das Interview führte Jürgen Graf, Dettingen.