8000 Menschen feierten den Bodenseekirchentag 2016

Mit Gottesdiensten und prominent besetzten Podien ist am Sonntag (26.6.) der 17. Internationale Bodensee-Kirchentag zu Ende gegangen. Mehr als 8000 Teilnehmende aus Deutschland und der Schweiz feierten, diskutierten und musizierten. Beim dazugehörigen „Frauenkonzil“ sprach im Konzilgebäude am Samstag (25.6.) unter anderem Reformationsbotschafterin Margot Käßmann. Bundestagsvizepräsident Claudia Roth rief dazu auf, nach dem „rabenschwarzen Tag“ des Brexits Europa nicht noch weiter auseinanderbrechen zu lassen.

„Die gute ökumenische und länderübergreifende Zusammenarbeit hat sich auch in diesem Jahr beim Bodenseekirchentag bewährt“, zeigte sich Hiltrud Schneider-Cimbal, Dekanin des gastgebenden Kirchenbezirks Konstanz, erfreut. Unter dem Motto „Komm‘ rüber“ habe der Kirchentag die Aufgabe thematisiert, „Grenzen zu überwinden, etwa in der Ökumene, bei den Herausforderungen zu Flucht und Asyl, aber auch im persönlichen und spirituellen Bereich“, sagte Schneider-Cimbal.

Unter der Fragestellung „2017 – Was gibt es da zu feiern?“ hatte Margot Käßmann, Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland, am Freitagabend im Konstanzer Konzilgebäude gesprochen. Das Reformationsjubiläum sei „ein internationales ökumenisches Fest“, bei dem „kein Kult um den Reformator Martin Luther getrieben“ werde, kündigte Käßmann an. Bei der Veranstaltung „Frauen im Konzil - leidenschaftlich, politisch, heilig“, die am Samstag im Rahmen des 600-jährigen Konzilsjubiläums stattfand, waren unter anderem Claudia Roth, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, und Gerlinde Kretschmann zu Gast. Roth würdigte insbesondere das starke Engagement der Kirchen für Flüchtlinge auch am Bodensee, der dadurch für ein „Meer der Mitmenschlichkeit“ in Europa stehe. 400 Frauen feierten anschließend im historischen Konzilgebäude ein „Frauenmahl“, bei dem zwischen den Menügängen Statements aus historischer und aktueller Perspektive gehalten wurden, zum Beispiel zum Thema Frauenrechte oder zur Stellung der Frau in den Religionsgemeinschaften.

Auf große Resonanz stieß am Samstagabend auf dem Konstanzer Münsterplatz das Musikprojekt „Lambarene – in Ehrfurcht vor dir“ zu Texten von Albert Schweitzer und zum Sonnengesang des Franz von Assisi. Mehrere hundert Sängerinnen und Sänger aus ganz Baden nahmen am Samstag am „Chortag Konstanz“ teil. Er war zugleich eine Auftaktveranstaltung für das Chorfest 2017 in Heidelberg, das im Reformationsjubiläumsjahr vom 30. Juni bis 2. Juli 2017 in Heidelberg ausgerichtet wird. In Konstanz lud u.a. das Südbadische Blechbläserensemble zum Open-Air-Konzert ein, und am Samstagabend fand eine „Nacht der Kantoreien und Gospelchöre“ statt, das mit einem gemeinsamen Singen von Abendchorälen  mit dem Konstanzer Posaunenchor unter der Leitung von Markus Fischer zu Ende ging.

Mehr als 60 Initiativgruppen, Verbänden und Institutionen wirkten beim „Markt der Möglichkeiten“ mit. Ein wichtiges Thema war auch die Flüchtlingshilfe; so stelle u.a. eine Initiative aus dem schweizerischen  Kreuzlingen ihre Freiwilligenarbeit für Flüchtlinge vor. Gastgeber des alle zwei Jahre stattfindenden Kirchentags am Bodensee waren in diesem Jahr der evangelische Kirchenbezirk Konstanz, das katholische Dekanat Konstanz, die Evangelische Landeskirche Thurgau und die Kirchengemeinde Kreuzlingen.

Weitere Infos:
Zum Bodensee-Kirchentag allgemein: www.bodensee-kirchentag.de
Zum Frauenkonzil: www.evangelische-frauen-baden.de
Zum Chortag: www.chorfest-baden.de

Dr. Daniel Meier, ekiba